26.06.2017

Anti-Atomkraft: Radevormwalder unterstützen Menschenkette! Menschenkette von Tihange über Lüttich und Maastricht nach Aachen

Bilder Manfred Blumberg, Klaus Luchtenberg, Bernd Bornewasser

Dronenflug von einem Teil der Menschenkette: https://www.facebook.com/dronefly.gaia/videos/1089153221217594/

Bericht aus der Aaachener Zeitung: http://www.aachener-zeitung.de/dossier/tihange/impressionen-vom-tag-mit-baendern-puppen-und-langen-armen-1.1655175

Menschenkette um den Risse-Reaktor Tihange 2 in Belgien – über 60 Oberberger machten mit!

25.6.2017 - Flémalle, Belgien

50.000 Menschen haben am Sonntag, dem 25.6. eine 90 km lange Menschenkette um das wegen seiner Risse bekannte Pannen-Atomkraftwerk Tihange 2 gebildet. Sie protestieren damit gegen den gefährlichen Weiterbetrieb des AKW trotz der offenkundigen Materialschäden.

Mit dabei waren auch über 60 Oberberger. Per Bus reisten allein 53 Atomkraftgegner aus Oberberg, Siegen-Wittgenstein und dem Märkischen Kreis nach Flémalle (südwestlich Lüttich/Liège), dem geplanten Einsatzort in der Menschenkette, an.

Hinzu kamen weitere 10 bis 15 Oberberger, die ihre Teilnahme an der Menschenkette mit einem Tagesausflug nach Wallonien verbunden hatten.

Der Hausärzteverband Oberbergischer Kreis hatte seine Mitglieder zur Teilnahme an der Menschenkette aufgerufen, um vor den gesundheitlichen Risiken auch für Oberberg zu warnen. Und tatsächlich nahmen mehrere oberbergische Ärzte an der Menschenkette teil! Sogar ein ganzer Betriebsausflug aus einer oberbergischen Praxis reiste zur Menschenkette nach Flémalle an, um danach im Hohen Venn wandern zu gehen!

Schließlich standen über 60 Oberberger in der Menschenkette – egal ob per Bus, per PKW oder Betriebsausflug angereist! So viele Oberberger haben noch nie an einer Anti-Atom-Demonstration teilgenommen. Das zeigt auch, wie ernst die Menschen das Risiko durch diesen Risse-Reaktor nehmen.

Die Bürger von Flémalle nahmen den Einfall der Atomkraft-Gegner in ihrer Stadt teils verblüfft, teils freudig mit Hubkonzerten und Applaus zur Kenntnis. Für die Oberberger eine Bestätigung, dass sich das Engagement in Belgien gelohnt hat, um auf die Risiken von Tihange 2 und seiner Tausenden Risse aufmerksam zu machen.


Hintergrund:

Tihange 2 liegt nur 170 km Luftlinie von Gummersbach entfernt. Bei der meist vorherrschenden SW-Wind-Strömung blieben also auch dem Oberbergischen bei einem Leck des Reaktor-Druck-Behälters nur etliche Stunden.

Internet-Links:

Karte des österreichischen  Umweltbundesamtes mit allen AKWs in Europa http://www5.umweltbundesamt.at/akwmap/mapFull.jsp?view=distance&x=51.02608&y=7.56473&text=Gummersbach

Aufruf des Hausärzteverbands Oberberg:https://www.hausaerzte-oberberg.de/aktuelles/

Mehr als 3.000 Schäden bei Tihange 2: http://www.tagesschau.de/ausland/belgien-akw-107.html

Risiko-Studie über belgisches AKW Tihange: http://www.tagesschau.de/inland/tihange-aachen-studie-101.html

https://www.derwesten.de/politik/neue-studie-unfall-im-risiko-akw-tihange-traefe-auch-nrw-id12311172.html 

Kurzfassung der Risiko-Studie: http://tihange-abschalten.eu/wp-content/uploads/2016/12/ISR_Report_Tihange_de_v2.2.1.pdf

AKW Tihange 2 könnte noch viel länger laufen, wenn's nach Betreiber und belgischer Politik ginge: http://www.aachener-zeitung.de/dossier/tihange/tihange-koennte-noch-lange-am-netz-bleiben-1.1652252


90 km langen Menschenkette von Tihange über Lüttich und Maastricht nach Aachen am Sonntag, dem 25. Juni 2017

Hier findest Du einen Flyer zu der Aktion.

Die Atomkraftwerke Tihange und Doel in Belgien sind schrottreife Anlagen.

Das ist von Fachleuten sowie der Landes- und Bundesregierung anerkannt. In Sonntagsreden versprechen die Politiker der Großen Koalition Abhilfe und das Einwirken auf die Verantwortlichen in Belgien.

Jedoch – sie liefern die Brennstäbe zum Weiterbetrieb der Reaktoren. Eine unglaubliche Missachtung der Interessen der Bevölkerung!

Wenn einer dieser Atommeiler explodiert, dann werden wir auch hier im Oberbergischen von einer radioaktiven Strahlung überzogen, die in realer Bewertung zehntausende von Menschenleben kosten und weite Landstriche in NRW auf Jahrtausende unbewohnbar machen wird. Die Geschehnisse um Fukushima zeigen genau dieses Szenario auf.

Als am 26.4.1987 der Reaktor in Tschernobyl zerbarst, breitete sich die Radioaktivität über ganz Europa aus. Bei ehrlicher Betrachtung muss man feststellen, dass die Strahlenfolgen hier bei uns auch 30 Jahre nach der Katastrophe noch feststellbar sind und viele Generationen lang bleiben werden.

TSCHERNOBYL LIEGT 1500KM VON UNS ENTFERNT, TIHANGE GERADE MAL 150KM…

Aus Anlass des Jahrestages der ersten Atomkatastrophe haben wir am 11.05.2017 um 12 Uhr auf dem Marktplatz einen „Smartmob“ inszenieren. Etliche Teilnehmer werden sich spektakulär zu Boden gleiten lassen und symbolisch darstellen, wie es hier im Oberbergischen und anderswo aussehen mag, sollte ein Reaktorunfall in Tihange oder Doel eintreten. 

Die Bevölkerung ist sich dieser Gefahr gar nicht wirklich bewusst und starke Lobbyinteressen verhindern eine ehrliche Aufklärung darüber. Die Bundesregierung scheut das Risiko einer juristischen Auseinandersetzung, sie scheut jedoch nicht das Risiko von abertausenden Toten in der Bevölkerung!

Danach diskutierten wir unser weitere Vorgehensweise. Jutta Velte gab uns Hinweise und Ideen für unsere zukünftigen Aktionen --- (aber das Eis schmeckte auch :-))

Unser Fazit: Atomkraft nein danke - Ökologische Energien her damit!



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